Neurologische Führung und Motivation

Wie uns die Gehirnforschung dabei helfen kann, Mitarbeiter zu führen und zu motivieren

Kurz und knapp:Neurologische Führung vereinigt das Wissen und die Werkzeuge der Neurowissenschaften mit den Theorien und Modellen aus der Psychologie und den Führungslehren. Dabei ergeben sich komplett neue Ansätze für eine erfolgreiche Mitarbeiterführung.

Die Neurowissenschaften haben in den letzten Jahren interessante Erkenntnisse zu Führung, Motivation und Verhaltensänderung von Mitarbeitern erbracht. Das Wissen um die Funktionsweise einzelner Gehirnareale ergibt einerseits die Möglichkeit, gehirngerecht zu Führen und hilft andererseits zu verstehen, wie das Verhalten und Handeln von Mitarbeitern entsteht.

Eine “gehirngerechter Führungsstil” ist dadurch gekennzeichnet, dass die Motivationszentren des Gehirns angesprochen werden – und gleichzeitig vermieden wird, die Bedrohungszentren des Gehirns zu aktivieren.

Dies wirkt sich vorteilhaft sowohl auf die Mitarbeiter als auch auf die Führungskräfte aus. Ergebnisse sind eine gesteigerte Leistungsfähigkeit, reduzierte Belastungen und eine Verbesserung der Gesundheit. Als Folge wird so die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und Organisationen gestärkt.

Die zwei Voraussetzungen für erfolgreiche Führung und Motivation

Führung beschränkt sich nicht nur auf die Umsetzung von Anweisungen von oben nach unten. Führung bedeutet in erster Linie die Anwendung von Fähigkeiten im Umgang mit Menschen. Diese können jedoch nur greifen wenn folgende Voraussetzungen akzeptiert und gelebt werden.

Kein Gehirn gleicht dem anderen

Nicht nur, dass kein Gehirn dem anderen gleicht, auch wenn zwei Menschen exakt das Gleiche denken, so geht der Gedanke bei diesen beiden Menschen dennoch unterschiedliche Wege im Gehirn. In jedem Gehirn sind die Verbindungen zwischen den Zellen anders angelegt, und sie sind das Ergebnis aus genetischer Veranlagung, vorgeburtlicher und früh nachgeburtlicher Prägung, sozialen und kulturellen Einflüssen und letztendlich auch das Ergebnis aus den Erfahrungen und Erlebnissen des individuellen Lebens.

Die Persönlichkeit eines Menschen ist daher neurowissenschaftlich gesehen das Spiegelbild seines neuronalen Netzwerks. Dies ist auch der Grund dafür, dass jede Handlung, jede Entscheidung, jede Aussage und jede Emotion das Ergebnis dieses individuellen Netzwerkes ist. Führen bedeutet daher: die Einzigartigkeit jedes Mitarbeiters zu akzeptieren, die individuellen Potentiale zu entdecken, und sie fördern und ausbauen.

Führen bedeutet Vorbild sein

Die Vorbildfunktion ist das stärkste Instrument, um Inhalte zu vermitteln oder Verhalten zu ändern.
Durch Abschauen und Nachahmen haben wir unsere komplette Muttersprache erlernt. Durch das Verhalten unserer Eltern und Lehrer hat sich in unserer Kindheit unser soziales und kulturelles Wertesystem entwickelt. Und im Berufsleben sind es die Führungskräfte, von denen wir am schnellsten und effektivsten lernen können – und zwar positiv wie negativ. Wenn es also darum geht, neue Wissensinhalte zu vermitteln, Verhalten bei Mitarbeitern zu ändern oder die Bereitschaft zu entwickeln, neue Wege zu gehen, dann ist die Vorbildfunktion eine unbedingte Voraussetzung.

Textautor: © Thomas Joachim (Trainer und Coach für gehirngerechte Mitarbeiter- und Teamführung)

Anmeldung und weitere Seminarinformationen:

1-Tagesseminar: NEURO Führung und Motivation 

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